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Beste Startchancen: Früherkennung und Frühförderung

Checkliste: Der Weg zur Frühförderung

  • Die U-Untersuchungen einhalten – Das offizielle Heft für die U-Untersuchungen beim Kinderarzt ist das wichtigste Werkzeug. Zeigt ein Kind Auffälligkeiten (Sprache, Motorik, Sozialverhalten), kann der Arzt gezielt Therapien anordnen.
  • Bedenken bei Profis platzieren – Verlasse dich nicht nur auf Vergleiche mit anderen Kindern auf dem Spielplatz. Sprich deine Ängste offen beim Kinderarzt oder den Kita-Erzieher:innen (im Entwicklungsgespräch) an.
  • Was ist Interdisziplinäre Frühförderung? – Sie vereint ärztliche, psychologische und (heil)pädagogische Fachleute. Das Fördern findet oft spielerisch am Boden statt und richtet sich an Kinder von der Geburt bis zur Einschulung.
  • Antrag beim Leistungsträger – Nach Diagnose durch den Kinderarzt oder ein SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum) wird ein Förder- und Behandlungsplan erstellt, der zur Kostenübernahme bei der Eingliederungshilfe des Bezirks oder der Krankenkasse eingereicht wird.
  • Frühförderstellen (IFF) – In allen Berliner Bezirken gibt es speziell zugelassene Interdisziplinäre Frühförderstellen, die dann – wenn genehmigt – in der Regel kostenfrei für die Familien tätig werden, oft sogar in der Kita des Kindes.

Verpasste Zeit lässt sich schwer aufholen

Kinder entwickeln sich in Schüben und extrem individuell. Ein Nachbarskind läuft vor dem ersten Geburtstag, das eigene rutscht mit 18 Monaten immer noch auf dem Po durchs Wohnzimmer. Oft heißt es in der Familie dann zur Beruhigung: "Das wächst sich aus, der Papa hat damals auch erst spät gesprochen!" Diese abwartende Haltung kann jedoch wertvolle Zeit kosten, wenn doch eine neurologische, motorische oder sensorische (etwa Schwerhörigkeit) Störung vorliegt.

Das System der Früherkennung und Frühförderung in Deutschland basiert auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass die Plastizität des kindlichen Gehirns in den ersten Lebensjahren am größten ist. Therapien schlagen bei Säuglingen und Kleinkindern extrem gut an und können Folgeschäden, die sonst zu signifikanten Einschränkungen im Schulalter führen würden, massiv abmildern oder gar heilen.

Wenn der Kinderarzt auf deinem Überweisungsschein den Bedarf anmeldet, ist der nächste Schritt meist der Gang zu einer Interdisziplinären Frühförderstelle (IFF) oder einem SPZ in Berlin. Die Experten dort arbeiten nicht isoliert: Eine Logopädin redet dort mit dem Physiotherapeuten und dem betreuenden Kinderpsychologen, um eine auf dein Kind maßgeschneiderte Therapie auszuarbeiten.

Und das Beste an der sogenannten Komplexleistung Frühförderung: Das mühsame Koordinieren entfällt oft. Die Therapeuten fahren, sofern logistisch machbar und mit der Kita abgestimmt, direkt in die Einrichtung des Kindes und üben dort vor Ort im vertrauten Umfeld in Zusammenarbeit mit den Integrationserziehern.

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