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Stadtteilmütter – Brückenbauerinnen im Kiez

Checkliste: Stadtteilmütter

  • Woran erkenne ich sie? – Das Markenzeichen der Berliner Stadtteilmütter ist ihr roter Schal (und oft auch eine rote Tasche).
  • Wer sind sie? – Stadtteilmütter sind selbst Frauen mit Einwanderungsgeschichte, die eine intensive mehrmonatige Qualifizierung durchlaufen haben. Sie kennen die Sorgen und Hürden aus eigener Erfahrung.
  • In welchen Sprachen? – Sie beraten in über einem Dutzend Sprachen, von Arabisch und Farsi über Türkisch und Kurdisch bis hin zu Vietnamesisch, Russisch, Spanisch oder Englisch.
  • Zu welchen Themen beraten sie? – Schwangerschaft, Entwicklung von Kleinkindern, Erziehung, Ernährung, gesundes Aufwachsen, Kita-Suche, Schulsystem, Zahnpflege sowie Freizeitgestaltung.
  • Wo finde ich sie? – Sie arbeiten in Familienzentren, Kitas, Grundschulen oder Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete. Sie bieten offene Sprechstunden oder Elterncafés an. Oft kommen sie auf Wunsch (und sehr vertraulich) auch bei den Familien zu Hause vorbei.
  • Was kostet das? – Die Besuche und die Beratung der Stadtteilmütter sind völlig kostenlos und richten sich primär an Familien mit Kindern von 0 bis 12 Jahren.

Mit dem roten Schal gegen Sprachbarrieren und Bürokratie

Für Familien, die neu in Berlin sind oder noch nicht gut Deutsch sprechen, gleicht die deutsche Behörden- und Schulwelt manchmal einem undurchdringlichen Dschungel. Briefe von Ämtern sind oft unverständlich, die Suche nach einem Kitaplatz wirkt wie ein Lotteriespiel, und die Einladung zur Elternversammlung in der Schule sorgt eher für Unbehagen als für Freude.

Genau an diesem Punkt setzen die Berliner Stadtteilmütter an. Das Konzept, das ursprünglich aus Neukölln kommt und längst ein berlinweites Erfolgsprogramm ist, baut auf einem einfachen, aber starken Gedanken auf: Mütter beraten Mütter. Auf Augenhöhe.

Die Stadtteilmütter (erkennbar an ihrem roten Markenzeichen) sind selbst Frauen, die eine eigene Migrationserfahrung haben. Das heißt: Sie wissen genau, wie schwer das Ankommen sein kann, weil sie all die Hürden einst selbst überwinden mussten. Sie haben in einer mehrmonatigen Schulung alles Wichtige über Erziehung, das Berliner Bildungssystem und die Rechte von Familien gelernt.

Ihr größter Vorteil ist das Vertrauen, das sie schaffen. Da sie in der Regel dieselbe Herkunftssprache sprechen wie die Familien, die sie besuchen (z.B. Arabisch, Farsi, Türkisch, Spanisch oder Serbisch), können sie komplexe Informationen verständlich übersetzen.

Sie bauen Brücken: Sie sitzen in den Kitas und Familienzentren beim morgendlichen Tee dabei, lassen sich bei Fragen ansprechen und vernetzen Familien in der Nachbarschaft. Wenn es nötig ist, begleiten sie auch aktiv – etwa zum Termin beim Kinderarzt, bei der Schulanmeldung, zum Elterngespräch oder ins Bürgeramt. Sie erklären, wie man Medien altersgerecht einsetzt, wann Vorsorgeuntersuchungen wichtig sind oder wie das System der Sprachförderung in Berliner Kitas funktioniert.

Für die Stadtteilmütter selbst ist das Landesprogramm oft ein wertvoller Wiedereinstieg ins Berufsleben und ein starkes Stück gesellschaftlicher Teilhabe. Für die neu angekommenen Familien sind sie Vorbilder: Mütter, die aktiv in den Arbeitsmarkt integriert sind, stark auftreten und ihr Kiez-Wissen teilen.

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