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Duale Ausbildung in Berlin: Praktisch lernen, Geld verdienen

Checkliste: Duale Ausbildung

  • Was ist das? – Du lernst gleichzeitig im Betrieb (praktisch) und in der Berufsschule (theoretisch). Das dauert je nach Beruf 2 bis 3,5 Jahre.
  • Vergütung – du bekommst von Anfang an ein Ausbildungsgehalt. Die Höhe hängt vom Beruf und der Branche ab, liegt aber im ersten Jahr oft zwischen 724 und 1.100 EUR monatlich.
  • Mindestausbildungsvergütung – seit 2020 gibt es eine gesetzliche Untergrenze. 2026 liegt sie bei 724 EUR im ersten Ausbildungsjahr.
  • Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) – wenn dein Gehalt nicht reicht und du nicht mehr bei den Eltern wohnst, kannst du BAB bei der Agentur für Arbeit beantragen
  • Vertrag – der Ausbildungsvertrag wird bei der zuständigen Kammer registriert (IHK oder Handwerkskammer). Darin stehen Rechte und Pflichten.
  • Probezeit – die ersten 1 bis 4 Monate sind Probezeit. In dieser Zeit können beide Seiten ohne Angabe von Gründen kündigen.
  • Abschluss – nach bestandener Prüfung hast du einen anerkannten Berufsabschluss, der bundesweit gilt
  • Ausbildungsplatzsuche – über die Lehrstellenbörse der IHK Berlin, die Jobbörse der Arbeitsagentur oder die Jugendberufsagentur (JBA)

Ausbildung: Der unterschätzte Karriereweg

In kaum einem anderen Land funktioniert die duale Ausbildung so gut wie in Deutschland. Das Prinzip ist einfach und genial: Du lernst im Betrieb die Praxis und in der Berufsschule die Theorie. Am Ende hast du einen anerkannten Berufsabschluss, der dir Türen öffnet – und verdienst vom ersten Tag an eigenes Geld.

Es gibt über 330 anerkannte Ausbildungsberufe in Deutschland – von der Mechatronikerin über den Fachinformatiker bis zur Erzieherin. Die Ausbildung dauert je nach Beruf zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. In der Regel bist du drei bis vier Tage pro Woche im Betrieb und ein bis zwei Tage in der Berufsschule (oder in Blockunterricht).

Das Ausbildungsgehalt ist nicht üppig, aber es ist dein eigenes Geld. Im ersten Jahr liegt es je nach Beruf und Region zwischen 724 und 1.100 Euro monatlich, und es steigt mit jedem Ausbildungsjahr. Seit 2020 gibt es eine Mindestausbildungsvergütung, die sicherstellt, dass kein Betrieb unter einem bestimmten Betrag zahlen darf.

Wenn das Gehalt nicht reicht – vor allem, wenn du für die Ausbildung in eine eigene Wohnung ziehst – gibt es die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). Das ist eine Förderung der Agentur für Arbeit, die zusätzlich zum Gehalt gezahlt wird und nicht zurückgezahlt werden muss. Den Antrag stellst du online bei der Arbeitsagentur.

Bevor die Ausbildung losgeht, unterschreibst du einen Ausbildungsvertrag. Darin stehen deine Rechte (Vergütung, Urlaubstage, Ausbildungsinhalte) und deine Pflichten (Berufsschulbesuch, Berichtsheft, Sorgfalt). Der Vertrag wird bei der zuständigen Kammer registriert – bei kaufmännischen und gewerblichen Berufen bei der IHK Berlin, bei Handwerksberufen bei der Handwerkskammer. Die Kammer ist auch deine Anlaufstelle, wenn es im Betrieb Probleme gibt.

Die ersten ein bis vier Monate sind Probezeit. In dieser Zeit können sowohl du als auch der Betrieb das Ausbildungsverhältnis ohne Gründe beenden. Danach geht das nur noch aus wichtigem Grund oder einvernehmlich. Das gibt dir Sicherheit.

Ein großer Vorteil der Ausbildung: Die Übernahmechancen sind hoch. Viele Betriebe bilden aus, um eigene Fachkräfte zu gewinnen. Und selbst wenn du nach der Ausbildung wechselst – dein Abschluss ist bundesweit anerkannt und in vielen Berufen besteht Fachkräftemangel. Das heißt: Gute Fachkräfte werden gesucht.

Einen Ausbildungsplatz findest du über die Lehrstellenbörse der IHK Berlin, die Jobbörse der Arbeitsagentur oder die Jugendberufsagentur (JBA). Und ein Tipp: Bewirb dich auch bei kleineren Betrieben. Die großen Unternehmen bekommen hunderte Bewerbungen – bei einem Handwerksbetrieb um die Ecke hast du oft bessere Chancen und lernst mehr.

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