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Impfschutz in der Schwangerschaft: Was empfohlen wird und was nicht

Checkliste: Impfen in der Schwangerschaft

  1. Grippe (Influenza) – empfohlen ab dem 2. Trimester, bei Vorerkrankungen schon ab dem 1. Trimester
  2. Keuchhusten (Pertussis) – empfohlen im 3. Trimester (ab der 28. SSW), schützt das Neugeborene in den ersten Lebenswochen
  3. COVID-19 – empfohlen ab dem 2. Trimester, Auffrischung wenn die letzte Impfung länger als 12 Monate zurückliegt
  4. RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) – Keine Impfung in der Schwangerschaft empfohlen! Stattdessen wird die passive Immunisierung des Säuglings (Nirsevimab) nach der Geburt empfohlen
  5. Tetanus/Diphtherie – wenn eine Auffrischung ansteht, kann sie in der Schwangerschaft erfolgen
  6. NICHT erlaubt – Masern, Mumps, Röteln, Windpocken (Lebendimpfstoffe). Impfstatus vorher prüfen!
  7. Vor der Schwangerschaft – Röteln- und Windpocken-Immunität prüfen lassen, ggf. nachimpfen (mind. 1 Monat vor Empfängnis)
  8. Nestschutz – deine Antikörper werden über die Plazenta an dein Baby weitergegeben und schützen es in den ersten Lebenswochen

Impfen für zwei: Warum dein Impfschutz jetzt besonders zählt

In der Schwangerschaft arbeitet dein Immunsystem auf Hochtouren – und gleichzeitig ist es in manchen Bereichen heruntergefahren, damit dein Körper das Baby nicht abstößt. Das macht dich anfälliger für bestimmte Infektionen. Gleichzeitig können einige Erkrankungen in der Schwangerschaft schwerer verlaufen. Impfungen schützen dich – und über den sogenannten Nestschutz auch dein Baby in den ersten Lebenswochen.

Die wichtigste Impfung in der Schwangerschaft ist die Grippeimpfung (Influenza). Die STIKO empfiehlt sie allen Schwangeren ab dem 2. Trimester. Wenn du eine chronische Erkrankung hast (z.B. Asthma, Diabetes), ist die Impfung schon ab dem 1. Trimester empfohlen. Die Grippe kann in der Schwangerschaft deutlich schwerer verlaufen und das Risiko für Frühgeburten erhöhen.

Seit 2020 empfiehlt die STIKO auch die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) in der Schwangerschaft – idealerweise zu Beginn des 3. Trimesters (ab der 28. SSW). Keuchhusten ist für Neugeborene lebensgefährlich, und Babys können erst mit zwei Monaten selbst geimpft werden. Durch die Impfung in der Schwangerschaft gibst du deinem Baby Antikörper mit, die es in dieser verletzlichen Phase schützen.

Auch die COVID-19-Impfung wird Schwangeren empfohlen – ab dem 2. Trimester als Auffrischung, wenn die letzte Impfung oder Infektion länger als 12 Monate zurückliegt. COVID-19 erhöht in der Schwangerschaft das Risiko für schwere Verläufe und Frühgeburten.

Neu seit 2024 ist die Strategie zum Schutz vor RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus). RSV ist die häufigste Ursache für schwere Atemwegsinfektionen bei Säuglingen. Die STIKO empfiehlt aktuell keine Impfung in der Schwangerschaft, da die Datenlage hierfür noch unzureichend ist. Stattdessen wird allen Neugeborenen und Säuglingen eine passive Immunisierung (Nirsevimab) vor oder während ihrer ersten RSV-Saison empfohlen. Das Baby bekommt rasch nach der Geburt oder im Herbst fertige Antikörper, die es in den kritischen ersten Lebensmonaten vor einem schweren Verlauf schützen.

Was du in der Schwangerschaft nicht bekommen darfst, sind Lebendimpfstoffe – also Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Deshalb ist es ideal, den Impfstatus vor einer geplanten Schwangerschaft zu prüfen. Besonders wichtig: Bist du gegen Röteln immun? Eine Rötelninfektion in der Schwangerschaft kann zu schweren Fehlbildungen beim Baby führen. Fehlt der Schutz, solltest du dich mindestens einen Monat vor einer geplanten Schwangerschaft impfen lassen.

Gleiches gilt für Windpocken: Wenn du sie als Kind nicht hattest und nicht geimpft bist, lass den Schutz vor der Schwangerschaft nachholen. Eine Windpockeninfektion kurz vor der Geburt kann für das Neugeborene lebensbedrohlich sein.

Tetanus und Diphtherie können bei Bedarf auch in der Schwangerschaft aufgefrischt werden – das sind Totimpfstoffe und gelten als sicher.

Sprich das Thema Impfen bei deiner nächsten Vorsorge aktiv an. Viele Frauenärzt*innen schauen nicht automatisch in den Impfpass. Ein kurzer Check kann einen großen Unterschied machen – für dich und dein Baby.

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