Schülerladen: Die kleine Alternative zum Schulhort
Checkliste: Schülerladen
- Was ist ein Schülerladen? – eine Nachmittagsbetreuung in kleiner Gruppe (ca. 15–25 Kinder), in eigenen Räumlichkeiten außerhalb der Schule
- Für wen? – Grundschulkinder der 1. bis 6. Klasse
- Wer betreibt sie? – oft Elterninitiativen oder kleine freie Träger
- Finanzierung – über den eFöB-Antrag (ergänzende Förderung und Betreuung, Abgabe in der Grundschule); in den Jahrgangsstufen 1 bis 3 beitragsfrei, ab Klasse 4 einkommensabhängige Beteiligung (plus Essensgeld, ca. 23 EUR/Monat)
- Betreuungszeiten – in der Regel nach der Schule bis 17 oder 18 Uhr, teilweise auch in den Ferien
- Pädagogisches Konzept – oft offener, familiärer Ansatz mit viel Mitbestimmung der Kinder
- Anmeldung – direkt beim Schülerladen, Wartelisten sind üblich
- Wo finden? – Kita-Navigator nutzen oder beim Schulamt des Bezirks nachfragen
Klein, familiär und nah dran – Betreuung im Schülerladen
Wenn du nach einer Nachmittagsbetreuung für dein Grundschulkind suchst, denkst du wahrscheinlich zuerst an den Schulhort (in Berlin „ergänzende Förderung und Betreuung", kurz eFöB). Aber es gibt eine Alternative, die viele Eltern nicht kennen: den Schülerladen.
Ein Schülerladen ist eine Betreuungseinrichtung außerhalb der Schule – meistens in eigenen Räumlichkeiten im Kiez, oft in einer umgebauten Erdgeschosswohnung oder einem Ladenlokal. Die Gruppen sind klein, in der Regel 15 bis 25 Kinder, und die Atmosphäre ist familiärer als in einem großen Schulhort mit 200 oder mehr Kindern.
Die meisten Schülerläden werden von Elterninitiativen oder kleinen freien Trägern betrieben. Das bedeutet: Die Eltern haben hier oft deutlich mehr Mitbestimmungsrecht als im klassischen Hort. Viele Schülerläden leben vom ehrenamtlichen Engagement der Eltern – die sich im Gegenzug eine Betreuung wünschen, die genau zu ihren Vorstellungen passt.
Die gute Nachricht bei den Kosten: Schülerläden werden genauso öffentlich finanziert wie der Schulhort – über den Antrag auf ergänzende Förderung und Betreuung (eFöB). Die Betreuung ist in den Jahrgangsstufen 1 bis 3 beitragsfrei; ab Klasse 4 gibt es eine einkommensabhängige Beteiligung. Dazu kommt das Essensgeld (wie in der Kita, ca. 23 Euro pro Monat). Den eFöB-Antrag gibst du in der Regel bei der Schulanmeldung in der Grundschule ab; entschieden wird er vom Jugendamt.
Pädagogisch setzen viele Schülerläden auf einen offenen, partizipativen Ansatz: Die Kinder entscheiden mit, wie der Nachmittag gestaltet wird. Es gibt Raum zum Spielen, Basteln, Toben und für Hausaufgaben – aber ohne den durchgetakteten Zeitplan, den manche Kinder aus der Schule schon kennen. Gerade für Kinder, die nach einem langen Schultag erst mal durchatmen müssen, kann das ein großer Vorteil sein.
Die Betreuungszeiten ähneln denen des Schulhorts: In der Regel von Schulschluss bis 17 oder 18 Uhr. Viele Schülerläden bieten auch Ferienbetreuung an – ein wichtiger Punkt für berufstätige Eltern. Die genauen Zeiten unterscheiden sich aber von Einrichtung zu Einrichtung.
Der Nachteil: Schülerläden haben begrenzte Plätze und oft Wartelisten. Es lohnt sich, frühzeitig Kontakt aufzunehmen – am besten schon, wenn dein Kind in die Schule kommt oder sogar davor. Du findest Schülerläden über den Kita-Navigator (kita-navigator.berlin.de), über das Schulamt deines Bezirks oder einfach durch Nachfragen bei anderen Eltern im Kiez.
Ob Schülerladen oder Schulhort die bessere Wahl ist, hängt ganz von deinem Kind und eurer Situation ab. Der Schülerladen bietet mehr Nähe und Überschaubarkeit, der Schulhort hat den Vorteil, dass das Kind direkt an der Schule bleibt. Viele Eltern schauen sich beides an und entscheiden dann – und das ist genau der richtige Weg.