Vorsorge in der Schwangerschaft
Checkliste: Vorsorgeuntersuchungen
- Mutterpass – bekommst du bei der ersten Vorsorge, ab dann immer dabei haben
- Reguläre Vorsorge – ca. alle 4 Wochen, ab der 32. SSW alle 2 Wochen
- Drei große Ultraschalluntersuchungen – um die 10., 20. und 30. SSW (Kassenleistung)
- Blutuntersuchungen – Blutgruppe, Rhesusfaktor, Röteln-Antikörper, HIV-Test (freiwillig)
- Ersttrimester-Screening – Nackentransparenzmessung + Bluttest, 12.–14. SSW (Selbstzahler, ca. 150–250 EUR)
- NIPT (Bluttest auf Trisomien) – seit 2022 Kassenleistung nach ärztlicher Beratung
- Zuckertest (Gestationsdiabetes) – zwischen 24. und 28. SSW (Kassenleistung)
- Streptokokken-Test – um die 36. SSW (Selbstzahler, ca. 20–40 EUR, wird empfohlen)
- CTG (Herztonkontrolle) – ab ca. 30. SSW regelmäßig
Regelmäßig zum Check – so läuft die Vorsorge
Während der Schwangerschaft hast du Anspruch auf umfangreiche Vorsorgeuntersuchungen – und die Kosten übernimmt komplett die Krankenkasse. In den ersten Monaten findet die Vorsorge etwa alle vier Wochen statt, ab der 32. Schwangerschaftswoche alle zwei Wochen. Kurz vor dem Geburtstermin wird es noch engmaschiger.
Bei deiner ersten Vorsorge bekommst du den Mutterpass – ein kleines Heft, in dem alle Untersuchungsergebnisse eingetragen werden. Trag ihn am besten immer bei dir: Bei der Geburt braucht das Team die Informationen daraus.
Drei Ultraschalluntersuchungen sind Standard und werden von der Krankenkasse bezahlt: um die 10. SSW (Lebt das Baby? Einling oder Mehrlinge?), um die 20. SSW (der große Organultraschall – hier werden Organe, Knochen und die Entwicklung genau angeschaut) und um die 30. SSW (Größe, Lage, Fruchtwassermenge). Viele Praxen bieten zusätzliche Ultraschall-Termine als IGeL-Leistung an – die musst du aber selbst bezahlen.
Ein wichtiger Test kommt zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche: der Zuckerbelastungstest (Glukosetoleranztest). Er prüft, ob du einen Schwangerschaftsdiabetes entwickelt hast. Das betrifft mehr Frauen als man denkt – etwa 5 bis 10 Prozent. Die gute Nachricht: Schwangerschaftsdiabetes lässt sich gut behandeln, meist schon durch eine Ernährungsumstellung.
Seit 2022 ist der NIPT (nicht-invasiver Pränataltest) eine Kassenleistung – nach vorheriger ärztlicher Beratung. Der Bluttest kann mit hoher Wahrscheinlichkeit Trisomien erkennen, ohne das Risiko einer Fruchtwasseruntersuchung. Ob du diesen Test machen möchtest, ist eine ganz persönliche Entscheidung. Lass dich in Ruhe beraten.
Nicht von der Kasse bezahlt, aber von vielen Ärzt*innen empfohlen, ist der Streptokokken-Test um die 36. SSW (ca. 20–40 Euro). B-Streptokokken sind Bakterien, die bei der Geburt auf das Baby übertragen werden können. Wenn der Test positiv ist, bekommst du unter der Geburt ein Antibiotikum – das schützt dein Baby zuverlässig.
Du kannst die Vorsorge übrigens bei deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt machen – oder auch bei einer Hebamme. Viele Schwangere teilen sich die Termine auf: die Ultraschall-Untersuchungen in der Praxis, die restliche Vorsorge bei der Hebamme. Das ist in Berlin gut möglich und wird genauso von der Krankenkasse bezahlt.