Mehrgenerationenhäuser – Jung und Alt unter einem Dach
Checkliste: Mehrgenerationenhäuser in Berlin
- Was ist das Konzept? – Ein Ort der Begegnung für Menschen aus unterschiedlichsten Altersgruppen, Kulturen und Lebenslagen. Das Herzstück ist oft ein offener Treffpunkt, wie ein Café.
- Welche Angebote gibt es? – Das Spektrum ist riesig: Hausaufgabenbetreuung, Krabbelgruppen, Vorlese-Omis, PC-Kurse für Senioren, Repair-Cafés, Sprachkurse oder gemeinsames Kochen.
- Freiwilliges Engagement – Das Konzept lebt stark von Ehrenamtlichen. Wer Zeit oder ein besonderes Talent hat (wie Stricken, Reparieren, Schachspielen), kann sich aktiv einbringen.
- Kostengünstig und unverbindlich – Viele Angebote sind kostenlos oder sehr günstig. Man muss kein Vereinsmitglied sein; einfach während der Öffnungszeiten vorbeischauen reicht.
- Gibt es das in meinem Kiez? – Berlin verfügt über diverse geförderte Mehrgenerationenhäuser, meist verteilt in den zentralen sowie den äußeren Bezirken.
Wohnzimmer des Kiezes
Früher lebten Kinder, Eltern und Großeltern oft gemeinsam auf einem Hof oder zumindest in der gleichen Straße. Dieses Modell der Großfamilie ist in der modernen Stadtgesellschaft, wie wir sie in Berlin leben, immer seltener geworden. Die Folge: Generationen leben zunehmend nebeneinanderher.
Die Idee des Mehrgenerationenhauses (MGH) steuert genau dagegen. Diese Einrichtungen verstehen sich als moderne Nachbildung des alten Großfamilien-Konzepts. Der Grundgedanke ist simpel: Jeder kann vom anderen lernen. Eine ältere Dame, die selbst keine Enkel in der Stadt hat, liest beim Nachmittagskaffee Grundschulkindern vor. Im Gegenzug erklärt ein Jugendlicher den Senioren im Haus, wie man auf dem Smartphone Videotelefonate mit der Familie führt.
Der Einstieg in ein Mehrgenerationenhaus ist absolut unkompliziert. Das „Herz“ bildet meist das Offene Café: Es gibt keinen Verzehrzwang, man kann sich hinsetzen, die Atmosphäre schnuppern und mit Leuten aus der Nachbarschaft ins Gespräch kommen. Von dort aus erschließt sich dann oft das gesamte Netzwerk an Kursen, Hilfsangeboten und Freizeitmöglichkeiten.
Besonders für junge Familien, die neu in Berlin sind oder kein familiäres Netzwerk vor Ort haben, sind MGHs ein wunderbarer Anlaufpunkt, um Wurzeln im Kiez zu schlagen und Unterstützung im Alltag zu finden.