Familienrehabilitation – Gemeinsam wieder zu Kräften kommen
Checkliste: Familienrehabilitation
- Was ist eine Familien-Reha? – Ein stationärer, oft vierwöchiger Aufenthalt in einer Fachklinik, der sich an schwerst chronisch kranke Kinder und deren engste Familienangehörige richtet.
- Voraussetzungen – Die Aufnahme von Eltern und Geschwistern erfolgt nur dann, wenn es für den nachhaltigen Behandlungserfolg des erkrankten Kindes zwingend notwendig ist. Es gibt klare medizinische Richtlinien.
- Wo stelle ich den Antrag? – Erster Ansprechpartner ist meist die zuständige Deutsche Rentenversicherung oder alternativ die gesetzliche Krankenversicherung. Vorab ist ein ärztliches Beratungsgespräch unerlässlich.
- Geschwisterkinder – Gesunde Geschwisterkinder müssen nicht zu Hause bleiben. Sie können als Begleitpersonen mit anreisen, sodass die Familie während des Klinikaufenthalts nicht getrennt wird.
- Kosten – Der Kostenträger (meist die Rentenversicherung) übernimmt die kompletten Kosten für die medizinische Rehabilitation, Unterkunft, Verpflegung und in der Regel auch die Reisekosten.
Ein Neuanfang für die ganze Familie
Eine schwere, chronische Erkrankung eines Kindes – wie etwa eine Krebserkrankung oder ein schwerer Herzfehler – ist ein Schicksalsschlag, der das gesamte Familiensystem auf eine harte Probe stellt. Monatelange Klinikaufenthalte, Angst, Schlafmangel und veränderte Strukturen im Alltag zehren an den Kräften von Eltern und Geschwisterkindern.
Um nach solchen enormen Belastungen zurück ins Leben zu finden, gibt es das Konzept der Familienorientierten Rehabilitation (FOR). Das Besondere daran: Im Gegensatz zu einer reinen Kinder-Reha behandelt dieses Programm nicht nur den direkten Patienten, sondern bindet die engsten Angehörigen mit ein. So wird die Familie als Ganzes stabilisiert.
Während des in der Regel vierwöchigen Aufenthaltes in einer spezialisierten Fachklinik fernab des heimischen Alltags erhält das kranke Kind notwendige Therapien. Gleichzeitig lernen Eltern, besser mit der Krankheit ihres Kindes umzugehen, und erhalten psychologische und psychosoziale Unterstützung. Und auch die Geschwisterkinder, die im Alltag oft zurückstecken mussten, bekommen Aufmerksamkeit und eigene Angebote.
Weil die Plätze begehrt sind und es klare medizinische Indikationen gibt (zum Beispiel onkologische oder kardiologische Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen), ist der Antragsweg oft komplex. Die Unterstützung von ärztlicher Seite oder Sozialdiensten der Krankenhäuser ist meist unerlässlich. Zögern Sie nicht, rechtzeitig das Gespräch mit Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung zu suchen!