Freiwilligendienst: FSJ, FÖJ und Bundesfreiwilligendienst in Berlin
Checkliste: Freiwilligendienst
- FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) – Einsatz in sozialen Einrichtungen: Kitas, Krankenhäuser, Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen, Schulen. Alter: 15/16 bis 26 Jahre.
- FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) – Einsatz in Umwelt-, Natur- und Tierschutz: Naturparks, Ökobauernhöfe, Umweltorganisationen. Alter: 16 bis 26 Jahre. In Berlin über die Stiftung Naturschutz Berlin.
- BFD (Bundesfreiwilligendienst) – ähnlich wie FSJ, aber ohne Altersgrenze. Auch für Menschen über 27 offen. Träger: Bundesamt für Familie (BAFzA).
- Dauer – in der Regel 12 Monate, mindestens 6, maximal 18 Monate (in Ausnahmen 24)
- Taschengeld – du bekommst ein monatliches Taschengeld (2026: maximal ca. 676 EUR), oft plus Verpflegung und/oder Unterkunft
- Versicherung – du bist sozialversichert: Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Die Beiträge zahlt der Träger.
- Kindergeld – Eltern behalten während des Freiwilligendienstes den Kindergeldanspruch
- Seminare – mindestens 25 Bildungstage gehören zum Programm. Dort triffst du andere Freiwillige und vertiefst Themen.
- Bewerbung – direkt beim Träger (z.B. IJGD, Diakonie, Caritas, ASB). Keine festen Fristen, aber frühzeitig bewerben erhöht die Chancen.
Ein Jahr, das sich lohnt
Nach der Schule oder dem Studium nicht sofort in die nächste Ausbildung, sondern erstmal etwas Sinnvolles tun? Ein Freiwilligendienst bietet genau das: praktische Erfahrung, Orientierung, neue Menschen – und die Erkenntnis, dass einem manche Dinge liegen, von denen man vorher keine Ahnung hatte.
Die drei Dienste im Überblick: Das FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) ist der Klassiker. Du arbeitest in einer sozialen Einrichtung – einer Kita, einem Krankenhaus, einem Pflegeheim, einer Behinderteneinrichtung, einer Schule oder einem Kulturprojekt. Das FSJ steht jungen Menschen zwischen 15/16 und 26 Jahren offen und dauert in der Regel 12 Monate.
Das FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) richtet sich an alle, die sich für Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit begeistern. Einsatzstellen sind Naturparks, Ökobauernhöfe, Umweltorganisationen und Bildungsprojekte. In Berlin wird das FÖJ von der Stiftung Naturschutz Berlin koordiniert. Die Plätze sind begehrt – eine frühe Bewerbung lohnt sich.
Der BFD (Bundesfreiwilligendienst) funktioniert ähnlich wie das FSJ, hat aber einen entscheidenden Unterschied: Es gibt keine Altersgrenze. Auch Menschen über 27 können einen BFD machen – zum Beispiel nach einer Familienphase, in der Rente oder als berufliche Neuorientierung. Für Personen über 27 ist auch Teilzeit möglich (mindestens 20 Stunden pro Woche).
Finanziell musst du dir keine Sorgen machen, dass es ganz ohne Geld läuft. Du bekommst ein monatliches Taschengeld (2026: maximal ca. 676 Euro), und viele Einsatzstellen bieten zusätzlich Verpflegung, Fahrkarten oder sogar eine Unterkunft. Außerdem bist du während des Dienstes komplett sozialversichert – Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung inklusive. Die Beiträge zahlt der Träger.
Für die Eltern ein wichtiger Punkt: Der Kindergeldanspruch bleibt während des Freiwilligendienstes bestehen. Das gilt für FSJ, FÖJ und BFD gleichermaßen.
Ein fester Bestandteil jedes Freiwilligendienstes sind die Seminartage – mindestens 25 an der Zahl. Dort triffst du andere Freiwillige, tauschst dich aus und vertiefst Themen, die mit deinem Einsatzbereich zu tun haben. Für viele sind diese Seminare das Highlight des Jahres.
Die Bewerbung läuft direkt über die Träger – also die Organisationen, die das FSJ/FÖJ/BFD durchführen. In Berlin sind das unter anderem die IJGD (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste), die Diakonie, die Caritas, der ASB und viele weitere. Feste Bewerbungsfristen gibt es meist nicht, aber die beliebten Stellen sind schnell vergeben. Je früher du dich umschaust, desto besser.
Ein Freiwilligendienst ist keine „Warteschleife". Er ist eine echte Lebenserfahrung, die deinen Horizont erweitert und im Lebenslauf richtig gut aussieht. Viele Freiwillige sagen rückblickend: „Das war eines der wichtigsten Jahre meines Lebens." Und einige entdecken dabei sogar ihren Traumberuf.