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Kinderwunsch: Wenn es nicht sofort klappt

Checkliste: Kinderwunsch

  • Fruchtbarkeit – Eine Schwangerschaft ist nur an wenigen Tagen im Zyklus möglich. Ab 30 nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen ab, bei Männern ab 40. Rauchen, Stress und starkes Über- oder Untergewicht können die Fruchtbarkeit zusätzlich mindern.
  • Wann zum Arzt? – Wenn nach einem Jahr regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft eintritt, solltest du ärztlich abklären lassen. Frauen gehen zur Gynäkologin, Männer zum Urologen oder Andrologen.
  • Behandlung – Viele Ursachen (z.B. Hormonstörungen) sind gut therapierbar. Wenn nicht, kann eine künstliche Befruchtung eine Option sein.
  • Kosten – Krankenkassen zahlen die Voruntersuchungen. Bei künstlicher Befruchtung übernehmen sie mindestens die Hälfte der Kosten – bei verheirateten Paaren und eigenen Ei-/Samenzellen.
  • Landeszuschuss derzeit ausgesetzt – Der frühere Berliner Zuschuss zu IVF-/ICSI-Behandlungen wird im Doppelhaushalt 2026/27 nicht gefördert; neue Anträge sind aktuell nicht möglich. Die Krankenkassen übernehmen aber weiterhin mindestens die Hälfte der Kosten (siehe oben). Frag im Kinderwunschzentrum nach dem aktuellen Stand.
  • Altersgrenzen – Für die Kostenübernahme durch die Kasse: Frau zwischen 25 und 40, Mann zwischen 25 und 50.
  • Gleichgeschlechtliche Paare – Kinderwunschberatung gibt es beim Regenbogenfamilienzentrum des LSVD Berlin-Brandenburg.
  • Psychosoziale Beratung – Ein unerfüllter Kinderwunsch ist emotional belastend. Beratungsstellen unterstützen vor, während und nach der Behandlung.

Du bist damit nicht allein

In Deutschland bleibt bei etwa jedem sechsten Paar der Kinderwunsch zeitweise unerfüllt. Das ist häufiger, als die meisten denken – und es ist kein Grund zur Scham. Trotzdem fällt es vielen Betroffenen schwer, darüber zu reden.

Gut zu wissen: Eine Schwangerschaft ist nur an wenigen Tagen im Zyklus möglich. Selbst bei gesunden, jungen Paaren liegt die Wahrscheinlichkeit pro Zyklus nur bei etwa 20–30 %. Es ist also völlig normal, dass es nicht sofort klappt. Ab dem 30. Lebensjahr der Frau sinkt die Fruchtbarkeit allmählich, ab 35 deutlicher. Beim Mann beginnt der Rückgang etwa ab 40. Auch Rauchen, Stress, starkes Über- oder Untergewicht können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Wenn nach einem Jahr regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft eingetreten ist, solltest du die Ursachen ärztlich abklären lassen. Frauen wenden sich an ihre Gynäkologin, Männer an einen Urologen oder Andrologen. Wichtig: In etwa der Hälfte aller Fälle liegen die Ursachen beim Mann – es ist also immer sinnvoll, beide Partner untersuchen zu lassen.

Viele Ursachen sind gut behandelbar. Hormonstörungen zum Beispiel lassen sich oft medikamentös therapieren. Wenn das nicht reicht, kann eine künstliche Befruchtung eine Option sein. Kinderwunschzentren sind darauf spezialisiert und beraten auch zu speziellen Methoden wie Insemination, IVF (In-vitro-Fertilisation) oder ICSI.

Die Kosten: Voruntersuchungen werden von den Krankenkassen bezahlt. Bei künstlicher Befruchtung übernehmen sie mindestens die Hälfte – allerdings nur bei verheirateten Paaren und wenn eigene Ei- und Samenzellen verwendet werden. Die Frau muss zwischen 25 und 40, der Mann zwischen 25 und 50 Jahre alt sein.

Einen zusätzlichen Landeszuschuss gab es in Berlin bislang für die ersten vier IVF- oder ICSI-Behandlungszyklen – auch für unverheiratete Paare. Dieser Landeszuschuss ist jedoch derzeit ausgesetzt: Im Doppelhaushalt 2026/27 sind dafür keine Mittel vorgesehen, neue Anträge sind aktuell nicht möglich. Ob und wann die Förderung wieder aufgenommen wird, ist offen – frag am besten direkt im Kinderwunschzentrum oder bei einer Beratungsstelle nach dem aktuellen Stand.

Für gleichgeschlechtliche Paare bringt der Kinderwunsch besondere Herausforderungen mit sich. Das Regenbogenfamilienzentrum des LSVD Berlin-Brandenburg berät zu allen Fragen rund um Kinderwunsch, Pflegschaft und Adoption.

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist emotional enorm belastend – die Achterbahn aus Hoffnung und Enttäuschung, der Druck von außen, das Gefühl des Versagens. Psychosoziale Beratungsstellen unterstützen betroffene Paare in jeder Phase: vor der Entscheidung zur Behandlung, während der Höhen und Tiefen und auch nach einer erfolglosen Behandlung. Das Informationsportal Kinderwunsch des Bundesfamilienministeriums hilft, eine passende Beratungsstelle in der Nähe zu finden.

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