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Teilzeitausbildung: Ausbildung und Familie unter einen Hut bringen

Checkliste: Teilzeitausbildung

  • Für wen? – Grundsätzlich für alle offen (seit BBiG-Reform 2020). Besonders relevant für Eltern kleiner Kinder, pflegende Angehörige und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen.
  • Arbeitszeit – die betriebliche Ausbildungszeit kann auf bis zu 50 % der Vollzeit reduziert werden (in der Regel 20–30 Stunden pro Woche)
  • Berufsschule – der Unterricht findet in der Regel weiterhin in Vollzeit statt (Blockunterricht oder wöchentlich)
  • Dauer – die Ausbildung verlängert sich entsprechend, maximal auf das 1,5-fache der regulären Dauer
  • Vergütung – wird anteilig gekürzt, es gibt aber ergänzende Hilfen
  • Ergänzende Hilfen – Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), Aufstockung durch die Grundsicherung für Arbeitsuchende, Wohngeld und Kinderzuschlag können parallel bezogen werden
  • Voraussetzung – der Ausbildungsbetrieb muss zustimmen. Die Vereinbarung wird im Ausbildungsvertrag festgehalten.
  • Beratung – die Jugendberufsagentur Berlin, die IHK und die Handwerkskammer beraten zu Teilzeitmodellen

Ausbildung – auch mit reduzierter Stundenzahl möglich

Lange galt: Wer eine Ausbildung macht, muss Vollzeit arbeiten. Das ist nicht mehr so. Seit der Reform des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) im Jahr 2020 steht die Teilzeitausbildung grundsätzlich allen Auszubildenden offen – und sie ist eine echte Chance für alle, die aus verschiedenen Gründen nicht 40 Stunden pro Woche im Betrieb sein können.

Besonders relevant ist die Teilzeitausbildung für Eltern kleiner Kinder. Wenn du alleinerziehend bist oder die Kinderbetreuung nur bestimmte Zeiten abdeckt, kannst du deine Ausbildung so gestalten, dass sie in deinen Familienalltag passt. Aber auch pflegende Angehörige, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Geflüchtete, die parallel Sprachkurse besuchen, profitieren von diesem Modell.

Konkret bedeutet Teilzeitausbildung: Deine betriebliche Ausbildungszeit wird reduziert – auf bis zu 50 Prozent der regulären Vollzeit. In der Praxis heißt das meist 20 bis 30 Stunden pro Woche im Betrieb statt 40. Die Berufsschule besuchst du dagegen in der Regel weiterhin in Vollzeit – entweder als Blockunterricht oder an einem Wochentag. Das ist der Teil, der sich nicht verkürzen lässt.

Die Ausbildungsdauer verlängert sich dafür entsprechend. Wenn du die betriebliche Zeit auf 75 Prozent reduzierst, verlängert sich die Ausbildung um ein Viertel. Bei 50 Prozent betrieblicher Zeit kann sie sich auf das Eineinhalbfache der regulären Dauer strecken. Eine dreijährige Ausbildung dauert dann also maximal viereinhalb Jahre – oft aber weniger, weil du bestimmte Ausbildungsinhalte schneller durchläufst als gedacht.

Das Ausbildungsgehalt wird bei Teilzeit anteilig gekürzt, was natürlich die Frage nach der Finanzierung aufwirft. Hier gibt es aber gute Nachrichten: Du kannst parallel Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen, wenn du nicht mehr bei den Eltern wohnst. Außerdem ist es möglich, das reduzierte Gehalt mit Grundsicherung für Arbeitsuchende aufzustocken, Wohngeld zu beziehen und den Kinderzuschlag zu beantragen. In der Summe kann das eine solide Basis ergeben.

Die wichtigste Voraussetzung: Dein Ausbildungsbetrieb muss zustimmen. Das klingt wie eine Hürde, ist in der Praxis aber oft kein Problem – gerade in Branchen mit Fachkräftemangel freuen sich Betriebe über motivierte Auszubildende, auch in Teilzeit. Die Vereinbarung zur Teilzeit wird im Ausbildungsvertrag festgehalten und bei der zuständigen Kammer (IHK oder Handwerkskammer) registriert.

Wenn du unsicher bist, ob eine Teilzeitausbildung für dich funktioniert, lass dich beraten. Die Jugendberufsagentur Berlin kennt die Möglichkeiten und hilft dir, den passenden Betrieb zu finden. Auch die IHK Berlin und die Handwerkskammer haben Ansprechpartner*innen speziell für Teilzeitmodelle.

Das Fazit ist einfach: Ein Berufsabschluss ist ein Berufsabschluss – egal ob du ihn in Vollzeit oder Teilzeit erworben hast. Am Ende zählt, was du kannst, nicht wie viele Stunden pro Woche du dafür aufgewendet hast.

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